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Dienstag, 3. November 2015

Erlebnisbericht: Tisch-Séance mit K.M. in H. bei Frankfurt, 10.07.15

Im Sommer hatten wir wieder die Gelegenheit ein Wochenende mit dem Tiefentrance-Medium Kai Mügge zu verbringen. Das Wochenende wurde mit einer Tisch-Séance eröffnet, die im folgenden anhand einer Abschrift der Audioaufzeichnung beschrieben wird.

Die Séance fand im privaten Rahmen am 10.07.2015 im Keller des Elternhauses von K.M. statt. Anwesend waren die Frau des Mediums (J.M.), die Mutter des Mediums (E.M.), meine Frau (T.D.), das Medium (K.M.) und ich selbst (C.D.).

Wie bereits mehrfach beschrieben fand die Tischsitzung in kompletter Dunkelheit statt. Wir saßen im Kreis um einen blauen Gartentisch; hinter dem Medium (aber außerhalb des Aktionsradius des Mediums) war das Kabinett aufgebaut. Im Kabinett befand sich ein schwerer Holzstuhl. Darauf waren Instrumente (Rassel, Tambourin) platziert.


Schematische Darstellung der Tisch-Séance mit aufgebautem Kabinett im Kellerraum

Nach der Affirmation beginnen wir die Tischsitzung sofort mit Musik und Gesang. Bereits nach ein paar Sekunden beginnen die Tischbewegungen. Der Tisch bewegt sich zwischen uns hin und her, hüpft und wippt auf zwei Beinen, kommt wie zur Begrüßung zu den Sitzern. Es scheint, als sei der Tisch lebendig geworden.

Nach knapp zwei Minuten sehen wir die ersten Lichtphänomene im Raum: ein Lichtlein über E.M., aber auch an anderen Stellen im Raum sehen wir die kleinen weißen Lichter schnell und flüchtig durch den Raum fliegen.

Vier Minuten nach Beginn der Tischsitzung erklingt ein kleines Glöcken, welches zwischen T.D. und mir an der Zimmerdecke befestigt ist. Es ist weder von uns noch von den anderen Sitzernunbemerkt zu erreichen; schon gar nicht aus der Sitzposition heraus.

Nun beginnt der Tisch mit 'gang-artigen' Bewegungen, so als ob er sich aufrichten möchte. Dabei gehen abwechselnd zwei Tischbeine in die Luft und wieder herunter. Gleichzeitig können wir weiterhin fliegende Lichter im Raume beobachten. Eines blitzt für einen kurzen Moment über J.M. auf, ein anderes erscheint kurz über T.D. Es sind kleine, sehr helle, weiße Lichtlein, wie ich sie schon so oft während der Sitzungen mit K.M. beobachten konnte. Sie erscheinen willkürlich im Raum und fliegen scheinbar ziellos mal hier hin, mal dort hin. Es ist jedes Mal überraschend, wenn wir die Lichter aufblitzen sehen. Entsprechend enthusiastisch begrüßen wir diese paranormale Erscheinung.

Nach weiteren zwei Minuten erklingt das bereits erwähnte Glöckchen wie zur Begrüßung mehrmals schnell hintereinander.

Eine halbe Minute später ertönen starke und schnelle Klopfer über uns an der Holz vertäfelten Decke. Es klingt so, als würde jemand mit Fingerknöcheln klopfen.

Kurz darauf neigt sich der Tisch so stark zur Seite bis er mit der Tischplatte auf J.M.s Knie liegt. Dann scheint der Tisch an den Beinen gezogen zu werden. Die Tischplatte rutscht von J.M.‘s Knien runter auf den Boden. Die Tischplatte liegt nun auf dem Boden und die Tischbeine ragen in die Luft. Auf diese Weise hat sich der Tisch ohne zu poltern um 180 Grad herumgedreht. Wir kennen diese Bewegung bereits von unseren eigenen Experimenten. Umso erstaunlicher ist es, dass der Tisch jetzt, in einer ganz anderen Umgebung und mit einer neuen Konstellation von Sitzern, genau dieselbe Tischbewegung vollzieht. 

In unseren eigenen Experimenten dreht sich der Tisch, nachdem er sich wie geschildert umgedreht hat, kopfstehend um die eigene Achse, rutscht hin und her oder beginnt mit Wippbewegungen.
Hier steht der Tisch jedoch nun kopfüber ruhig auf dem Boden. Wir singen einfach weiter und warten darauf, was als nächstes passiert. Nach zwei weiteren Minuten beginnen wieder Lichter im Raume sichtbar zu werden.

Da sich der Tisch nach vier Minuten immer noch nicht bewegt, drehen wir ihn wieder richtig herum und stellen ihn auf die Füße.

Kaum steht der Tisch in seiner normalen Position, erhebt er sich mit allen vier Füßen in die Luft und fällt sofort wieder zu Boden. Kaum auf dem Boden angekommen erhebt er sich ein zweites Mal. Mit allen Vieren steigt er diesmal ein paar Zentimeter hoch, verharrt eine Sekunde, steigt wieder ein wenig höher, verharrt wieder, usw. Drei oder vier Stufen 'erklimmt' der Tisch auf diese Weise. Dabei dreht er sich zusätzlich noch um seine eigene Achse, so als würde er in die Luft geschraubt werden. Oben angekommen (ungefähr eine Armeslänge) verharrt der Tisch für einen Moment und schwebt frei in der Luft. Dann fällt er wieder zu Boden.

Nach dieser Episode hören wir wieder Klopfer im Raum. Diesmal aus Richtung des Kabinetts. Sehr starke und langsame Klopfer; ganz so, als würde jemand an die Türe klopfen und um Einlass bitten.

Während wir dem Klopfen lauschen, fragt E.M. ob schon jemand berührt worden sei. Als wir dies verneinen, schreit E.M. auf einmal laut auf. Genau in diesem Moment hat sie jemand am Kopf berührt. Sie beschreibt es als fliegendes Objekt, welches auf ihrem Kopf ‚gelandet‘ ist.

Kurz darauf sehe ich direkt vor mir unter dem Tisch ein helles Licht kurz aufleuchten.
Noch während ich mich über dieses Licht freue, schreien auf einmal J.M., E.M. und K.M. auf. Sie haben ein helles, rotes Licht zwischen T.D. und mir gesehen. Ich selbst habe dieses Licht nicht sehen können. Das Licht soll einen großen Sprung nach oben gemacht haben.

Nach dieser Licht-Episode springt der Tisch regelrecht in die Höhe und poltert zwischen uns auf und ab.

Ein paar Sekunden später erscheint ein stroboskopartiges Licht direkt über mir. Dieses Licht wird jedoch nur von K.M. und mir selbst wahrgenommen. Doch nur ein paar weitere Sekunden später erscheint dieses Licht nochmal schnell blinkend über dem Tisch.

Fast gleichzeitig ertönen wieder schnelle Klopfer über unseren Köpfen. Diese werden immer lauter und kräftiger. Wir versuchen nun eine Kommunikation zu beginnen und stellen laut Fragen. Einmaliges Klopfen soll 'Ja' und zweimaliges Klopfen 'Nein' bedeuten.

Statt klopfende Antworten zu erhalten beginnt der Tisch nun jedoch mit sehr schnellen Bewegungen. Wir kommen mit unseren Händen gar nicht mehr nach und die Tischplatte gleitet nur noch unter unseren Händen dahin.

Immer wieder sehe ich dabei auch Lichter im Raum. Mal über J.M., mal über E.M. Die Lichter werden immer zahlreicher. Wie kleine, weiße Flammen steigen sie von der Tischplatte nach oben an die Zimmerdecke.

Danach wird der Tisch ganz sanft. Er gleitet erst über den Boden zu E.M. dann zu K.M. Dann reibt er sich an ihren Beinen. Nach diesen Bewegungen rutscht er wieder in unsere Mitte und erhebt sich langsam in die Luft. Die dritte Vollerhebung an diesem Abend.

Der Tisch fühlt sich dabei ganz leicht an. Wie schwerelos erhebt er sich nun mehrere Male nach oben. Dann bleibt er in der Luft hängen und schaukelt sanft hin und her. Ganze zwanzig Sekunden bleibt der Tisch unter unseren Händen in der Luft. Dann fällt er plötzlich wieder zu Boden.

Nach dieser Episode möchte K.M. das Kabinett öffnen um die Frage/Antwort Runde zu beginnen. Im Kabinett liegen bereits Instrumente auf dem Stuhl und J.M. legt noch einen leuchtenden Gegenstand hinein. Falls dieser Gegenstand affektiert wird, werden wir dies gut beobachten können.
Das Licht wird wieder ausgeschaltet und wir beginnen wieder mit dem Gesang.

Es dauert nur ein paar Sekunden und es werden wieder Lichter im Raume sichtbar. Der Tisch wippt derweil zwischen uns. Wir bitten darum, dass der Tisch bei dieser Wippbewegung in der Luft oben stehen bleiben soll, was er auch sofort macht. Wir schalten die Taschenlampe ein um diese Position zu betrachten.

Ich bitte darum, dass der Tisch mit drei Beinen in die Luft gehen soll, sodass er nur noch mit einem Bein auf dem Boden steht. Diese Tischbewegung wird umgehend umgesetzt. Dies ist eine typische Tischbewegung, die wir in unseren eigenen Experimenten bereits oft beobachten konnten.

Dann sieht E.M. ein sehr helles Licht direkt vor meinem Bauch. Niemand sonst hat dieses Licht gesehen.

K.M. bittet nun darum, dass sich die Energien auf das Kabinett konzentrieren sollen.
Nur ein paar Sekunden später hören wir tatsächlich Geräusche aus dem Kabinett. Die Rasseln werden bewegt und aus dem Kabinett geschmissen. Es ist klar zu hören, wie die Instrumente auf den Boden aufschlagen.

K.M. fragt, ob wir nun Antworten aus dem Kabinett bekommen können. Da kein weiteres Geräusch aus dieser Richtung kommt schalten wir kurz die Taschenlampe ein und legen die Rasseln wieder zurück ins Kabinett auf den Stuhl.

Nach ungefähr einer Minute habe ich das Gefühl, als würde jemand rechts neben mir stehen. K.M. fragt, ob sich dort tatsächlich eine Entität aufhält. Prompt ertönt ein Geräusch, als würde ein kleiner leichter Gegenstand (vielleicht aus Plastik) auf den Boden fallen.

K.M. fragt nun mehrmals, ob wir Antworten aus dem Kabinett bekommen können. Jedes Mal ertönt ein Klicken aus der Richtung des Kabinetts. Auf die Frage, ob wir zur Kontrolle eine 'Nein-Antwort' bekommen können, klickt es zweimal aus der Richtung.

Die Fragerunde beginnt:
K.M.: Wisst ihr, wer ich bin? - einmal leises Rasseln
K.M.: Bitte gebt mir ein Kontroll-Nein! - zweimal Rasseln
K.M.: Wisst ihr, wer alles hier im Raum ist? - einmal Rasseln
J.M.: Wieviele Leute sind im Raum? fünfmal Rasseln
K.M.: Wisst ihr, dass unser geplantes Wochenende mit Gästen beginnt? - einmal klopfen (wir wundern uns, dass diesmal nicht gerasselt sondern geklopft wurde)
J.M.: Montag ist der erste Tag der Woche. Welcher Tag ist heute? - fünfmal leises Rasseln (richtige Antwort!)
K.M.: heißt einer unserer Gäste Stefan? - keine Antwort
K.M.: heißt einer unserer Gäste Martin? - keine Antwort
K.M.: heißt einer unserer.... - K.M. wird unterbrochen; eine Rassel wird aus dem Kabinett geworfen. Scheinbar möchte sich jemand nicht veralbern lassen!

Nun möchte K.M. noch einmal Gesang zum Energieaufbau. Wir singen für ungefähr dreißig Sekunden. Währenddessen werden weitere Instrumente aus dem Kabinett geworfen.

J.M. schaltet die Taschenlampe ein um Tamburin und Rasseln wieder ins Kabinett zu legen.
Kurz nachdem wir wieder mit dem Gesang angefangen haben, fliegen die Instrumente ein weiteres Mal aus dem Kabinett.

Während wir nun ganz vertieft singen und auf weitere Phänomene warten, schreit E.M. auf. Etwas Schweres sei auf ihrer Hand gelandet. Wir sollten doch bitte schnell das Licht anmachen.

Als das Licht angeht, können wir nicht anders, als laut aufschreien: auf dem Seance-Tisch steht der Stuhl, der vorher im Kabinett gestanden hat!

Wäre der Stuhl nicht auf E.M.s Hand gelandet, hätten wir wahrscheinlich gar nicht gemerkt, dass er auf dem Tisch steht. Wie der Stuhl derart unbemerkt auf den Tisch kommen konnte, ist mir ein Rätsel. Während des 'Transportes' hat sich niemand vom Tisch entfernt; dies war eindeutig am Gesang zu hören. Auch erscheint mir der Stuhl zu schwer und sperrig, als dass ihn jemand mit betrügerischer Absicht durch den dunklen Raum derart zielsicher auf den Tisch platzieren könnte.

Ein Stuhl wird in völliger Dunkelheit aus dem Kabinett auf den Tisch transportiert (Szene nachgestellt)

Nach dieser Episode stellen wir den Stuhl und die Instrumente zurück ins Kabinett und schalten wir das Licht wieder aus. K.M. bittet wieder um Antworten aus dem Kabinett.

Er fragt, ob die Entitäten wissen, dass T.D. und C.D. da sind.
Das Glöckchen über uns beginnt nun für zehn Sekunden ausdauernd zu klingen.

Obwohl man das als bejahende Antwort deuten könnte, will K.M. ein richtiges, vorher verabredetes Zeichen haben: ein einmaliges Klopfen oder tönen aus dem Kabinett. Und tatsächlich: nun klopft es einmal laut aus dem Kabinett.

K.M. stellt wieder seine Kontrollfragen. Diesmal werden diese richtig mit starken Klopfern beantwortet. Währenddessen habe ich das Gefühl, als läge etwas zwischen meinen Händen auf dem Tisch. Auch fühlt es sich so an, als würde dort etwas hin und her geschoben.

Nach den Kontrollfragen, bittet K.M. die Entitäten um Unterstützung für dieses Wochenende. Dies wird mit einer langanhaltenden Sequenz von starken, lauten und sehr schnellen Klopfern beantwortet.
Die ganze Zeit spüre ich Bewegungen zwischen meinen Händen. Ich bitte J.M. kurz das Licht einzuschalten um überprüfen zu können, ob etwas auf dem Tisch liegt. Im Taschenlampenlicht ist aber nichts zu sehen.

Als das Licht wieder ausgeschaltet ist, wird E.M. an einer Hand berührt; kurz darauf erhält K.M. am kleinen Finger eine Berührung. Dann wird T.D. am Kopf gestreichelt. Danach erhalten wir alle Berührungen an den Händen. Es sind sanfte, flüchtige Berührungen von weichen, warmen Händen.
Diese Berührungen finden immer und immer wieder statt.

Danach sehen wir immer mehr Lichter im Raum, vermehrt rechts neben dem Kabinett. Dort liegt der Aktivstein des Felix Zirkels. Während E.M. noch davon berichtet, dass in einer anderen Sitzung dort helle Lichter zu sehen waren, schießt ein gleißender Blitz in der Ecke des Aktivsteins nach oben an die Decke.

Ich spüre immer wieder Bewegungen auf der Tischplatte zwischen meinen Händen und T.D. sieht ein Licht unter dem Tisch. Außerdem poltert der Tisch zwischen den Sitzern hin und her.

Nun erscheinen immer mehr Lichter direkt über der Tischplatte, die von unten nach oben fliegen. Zwischenzeitlich sind drei Lichter gleichzeitig zu sehen, die sich über der Tischplatte zeigen und schnelle Bahnen durch die Luft ziehen.

Dann kippt der Tisch plötzlich um und dreht sich auf die Tischplatte. Nun liegt er wieder kopfüber auf dem Boden und die Beine ragen in die Luft. Wir bitten darum, dass sich der Tisch drehen soll und tatsächlich beginnt der Tisch diesmal mit der Propellerbewegung.

Erst dreht er sich langsam, dann immer schneller bis er sich rasend schnell um die eigene Achse dreht. Wir versuchen dabei die vorbeiziehenden Tischbeine zumindest kurz zu berühren. Wahrscheinlich würde sich der Tisch aber auch ohne unsere Berührungen weiter drehen. Über K.M. ist kurz ein weißes Licht zu sehen.

Jetzt versucht sich der Tisch auf der Tischplatte aufzurichten und vollführt starke Wippbewegungen.
Nach einiger Zeit drehen wir den Tisch aber wieder um und bitte nochmals um eine Fragerunde. Diesmal dürfen wir als Gäste die Fragen stellen.

Nach ungefähr zwei Minuten Gesang kommen die Antworten wieder aus dem Kabinett, jedoch passen diese nicht zu meinen Kontrollfragen. Stattdessen hört man ein starkes Rascheln, Instrumente werden aus dem Kabinett geworfen und das Glöckchen über mir beginnt zu klingeln. Als ich das Glöckchen ansporne mehr zu läuten, klingelt es für ungefähr 10 Sekunden rhythmisch und immer heftiger.

Danach gibt es ganz starke Klopfer an der Wand direkt hinter T.D.

Als wir zum Ende der Sitzung kommen, wird J.M. nochmals über die Hand gestreichelt.

Zum Schluss rutscht der Tisch nochmal zur Verabschiedung zu jedem Sitzer.

Link zur Homepage des Physikalischen Mediums Kai Felix Mügge

Donnerstag, 11. September 2014

Erfahrungsbericht: Experiment "Verknüpfung individueller Ekoplasmaströme" - «Felix Experimental Group» und «Experimental Group Thun»

Von Olivier Gross

Vorwort
Ich beschreibe in diesem Kurzbericht meine persönlichen Erfahrungen, welche ich als Teil des Seanceraum-Experimentes «Verknüpfung individueller Ektoplasmaströme» anlässlich der Séance vom 14. August im Basler Psi-Verein machen durfte. Dabei fokussiere ich mich ausschliesslich auf die Aspekte, welche in direktem Zusammenhang mit dem Experiment stehen und sich mit meinem Erleben befassen. An dieser Stelle halte ich fest, dass ich die bereits bekannten, äusserst spannenden und vielfältigen weiteren Phänomene selbstverständlich ebenso zu würdigen weiss, auch wenn diese hier nicht explizit zur Sprache kommen. 

Dienstag, 15. Juli 2014

Erlebnisbericht: Kabinett-Séance mit Kai M. in Thun (Schweiz), 14.06.2014

Zwei Monate nach dem Séance-Wochenende in Mötzingen kann ich erneut an einer Kabinett-Sitzung mit Kai M. teilnehmen. Das Setting und der Ablauf der Sitzung entspricht den bereits beschriebenen Sitzungen in H. bei Frankfurt und Mötzingen. Deswegen möchte ich mich diesmal auf das kommentierte Transkript der Sitzung beschränken.

Die Sitzung findet im Séance-Raum von Daniela und Olivier statt. Das Ehepaar beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit dem physikalischen Mediumismus und dementsprechend professionell ist ihr Séance-Raum ausgestattet. Der Raum befindet sich im Keller des Hauses und bietet Platz für eine größere Gruppe von Sitzern.

Fast alle Anwesenden sind erfahrene Sitzer und so begeben wir uns nach einer kurzen Besprechung im Wohnzimmer in den Keller. Nachdem alle Gäste im Séance-Raum Platz genommen haben betritt das Medium als Letzter das Zimmer. Jetzt befinden sich inklusive dem Medium vierzehn Personen im Raum. Das Rotlicht wird ausgeschaltet und die einzige Tür des Zimmers wird von Innen verschlossen, sodass wir uns in völliger Dunkelheit befinden. Julia sitzt auf der rechten Seite des Mediums, Olivier auf der linken Seite. Beide werden das Medium während der Sitzung immer wieder kontrollieren. Ich selbst sitze direkt neben Julia; also auf dem zweiten Platz rechts neben dem Kabinett.

Das Medium beginnt nun mit der bereits beschriebenen Atemtechnik und schon nach ein bis zwei Minuten erscheint ein Licht direkt vor dem Kabinett. Das Medium ist noch bei Bewusstsein und wundert sich über den frühen Beginn der Phänomene. Nach ungefähr zehn Minuten intensiven Atmen ist das Medium in den schlafähnlichen Zustand gefallen, der die Phänomene zu begünstigen scheint. Es meldet sich die Trance-Persönlichkeit Hans Bender:
Liebe Freunde, es ist erneut vollbracht. Da bin ich und heiße euch alle im Namen von Kai Felix und im Namen meiner Kollegen und im Namen der Entwicklergruppe in Deutschland bei Frankfurt jeden einzelnen von euch herzlich Willkommen. So schön so viele bekannte Gesichter immer wieder in trauter Gemeinsamkeit zu sehen und das ist eins unserer großen Ziele. Wozu? Warum mediumistische Dunkelsitzungen? Mit Stimmen aus dem Dunklen, Berührungen aus dem Dunklen. Es ist in erster Linie unser Bestreben die Menschen gleicher Gesinnung zusammen zu bringen. Denn ihr seid die Krieger des Lichts. Ihr seid diejenigen, die jenen Weg beschritten haben, der dem Guten dient. Und unsere zweite Freude und Aufgabe ist jene, durch Hoffnung, und nicht nur durch Hoffnung, nein, in diesen Sitzungen generell Hoffnung und Heilung zu bringen. Denn durch die Gewissheit über das Bestehen parallel oder höher angeordneter Existenzen, Wesenheiten, Dimensionen schöpft der Mensch die Hoffnung auf ein Überleben des körperlichen Todes.
Liebe Freunde, mein Name ist Hans und ich freue mich unter Ihnen allen zu sein und wir wollen nicht viel Zeit verlieren. Viele von euch kennen die Prozedur. Mit eurer Energie formen wir jenes Kraftfeld, durch das wir Halt finden; über das wir für kurze Zeit uns konstituieren können inmitten eurer dimensionalen Wirklichkeit. Auch wenn es oftmals nur substituierte Formen der Materialität sind, so sind es doch gesteuerte und von Motiven geleitete Kontakte, die hier stattfinden sollen. Das bedeutet: ihr alle seid nicht allein gekommen. Jeder von euch hat geistige Inhalte, passiver wie aktiver Natur, mit sich in den Raum gebracht. Gedanken, Hoffnungen, Träume, Voraussichten, Erinnerungen. Aber auch aktive Begleiter. Jene, die ihr geistige Helfer, geistige Führer nennt. Persönlichkeiten, die euch bekannt sind oder gar euch völlig unbekannt und trotzdem an eurer Seite. Haustiere, die jahrelang euren Schutz genossen haben, können sich für kurze Zeit hier im Raum verdichten. Also seit gewiss, was auch immer geschehen möge, wer auch immer von euch eine Berührung aus dem Reich des Äthers erhalten wird, kann sich sicher sein, dass diese Berührung nicht ohne ein Motiv voller Liebe und Zuneigung gewesen ist. Also erschreckt nicht, liebe Freunde. Manchmal kommen diese Berührungen ganz unerwartet in Form und in dem Moment, in dem sie bestehen. Seit euch gewiss: keine der Berührungen geschieht ohne ein dahinter stehendes Motiv.
Kai Felix wird nun in den Sitzerzirkel verbracht werden von mir und wird danach den Aufbau des Kraftfeldes begutachten. Mit Kontrolle und ohne Kontrolle; wir werden sehen wie sich die Kräfte im Raume bilden. Es liegt an euch. Eine der Gesetzmäßigkeiten des Verschleierten, des Okkulten ist die, dass die Freude und Bereitschaft derer, die bereit sind sich dem Okkulten zu stellen, groß und umfangreich und voller Herzblut ist. Und spüren und erfahren wir dieses, werden wir zahlreich unter euch kommen. Liebe Freunde, bitte, wir haben zu danken. Wir haben insbesondere zu danken jenen, die es immer wieder möglich machen, dass Momente wie diese geschehen können. Und das sind immer wieder jene, die ihre Räumlichkeiten und ihre Kontakte zur Verfügung stellen. Denen gilt unser Dank insbesondere, denn ihr seid die Doorkeeper der Menschen. Und natürlich Julia, die unverdrossen und unermüdlich dieses fremdartige Leben an Kai Felix Seite vollbringt. Und Kai liebt sie und wir lieben sie und wir sind froh, dass du auch heute bei dem Medium bist. Nun liebe Freunde, Musik und Gesang. Lasst uns die Geister empfangen.
Den Kontrollvorgang beginnend fragt Hans, wo sich Oli und Julia befinden. Beide beschreiben erst ihre Position und Situation und dann die Situation des Mediums. Das Medium sitzt demnach ruhig auf seinem Stuhl. Auch die Super-Kontrolle verläuft erfolgreich. Dabei prüft Olivier, ob auch Julia auf ihrem Platz sitzt und das Medium festhält. Danach überprüft Olivier, ob das Medium irgendwelche Vorrichtungen am Kopf befestigt hat, mit welchen es die bevorstehenden Phänomene im Raum erzeugen könnte. Auch Julia soll dahin gehend untersucht werden. Nach dieser Prüfung beginnen die Sitzer zu singen. Kurz darauf fangen bereits die Instrumente, die sich innerhalb des Sitzerkreises und ungefähr 2,50 Meter vom Medium entfernt befinden, an zu tönen. Die Rassel scheint von dem Eimer gefallen zu sein, auf dem alle Instrumente vor der Sitzung platziert wurden. Dann beginnen auch schon die ersten Berührungen der Sitzer: am Bauch und den Beinen, an der Schulter, an der Brust. Etwas oder jemand streicht meiner Frau die Haare aus dem Gesicht. Es wird von kratzigen, holzartigen 'Händen' berichtet; von flüchtigen Stupsern. Ich selbst spüre wieder Berührungen am Bauch, als ob jemand mit einem lederartigen Lappen vor mir wedelt. Am Knie spüre ich etwas Kratziges. Währenddessen tönen die Instrumente weiter.
Bitte, befindet sich das Medium in der Kontrolle?
Julia und Olivier beschreiben wie zuvor, dass das Medium von ihnen gehalten wird und auf seinem Platz sitzt. Die Berührungen der Sitzer finden weiter statt und die Instrumente rasseln und trommeln noch stärker. Hans Bender fährt fort:
Bitte ziehen Sie die Füße ein. Wir haben nämlich einen Besucher hier.
Tatsächlich hört man nun Schritte im Raum, so als ob jemand mit nackten Füßen innerhalb des Sitzerkreises herum läuft.
Bitte ziehen Sie Ihre Beine und Füße ein, damit unser Besucher genug Platz hat sich zu bewegen. Wie schon erwartet soll ein Versprechen erfüllt werden, dass Anfang der Woche gegeben aber nicht erfüllt wurde. Ich möchte den Namen des Besuchers noch nicht enthüllen. Er wird es später unter Umständen selber tun. Bitte fahren Sie einfach fort.
Hans Bender scheint sich hier auf eine Sitzung zu beziehen, die ein paar Tage zuvor in Basel stattgefunden hatte.
Lassen Sie uns noch einmal lauschen, wie unser Besucher sich im Raum bewegt. Unser Besucher war ein leidenschaftlicher Tänzer zu seiner Zeit und er würde sich gerne in einer anderen Form zeigen, in der er sich zur Musik bewegen und wiegen kann. Bitte Musik und Gesang!
Während Hans spricht hört man ununterbrochen Schritte im Raum, so als ob jemand zwischen uns hin und her geht. Als wir weiter singen, fangen auch die Berührungen der Sitzer in all ihren Facetten wieder an. Das Medium sitzt bereits seit den letzten Berührungen wieder im Kabinett. Ich hatte gehört, wie der Stuhl scheinbar zurück gerückt wurde.
Unser Besucher bereitet sein Kommen in einer anderen Form vor. Bitte fahren Sie fort!
Nach ungefähr vier Minuten erscheint eine leuchtende, etwa kniehohe 'Gestalt' im Raum. Sie schwebt aus Richtung des Kabinetts in mitten des Sitzerkreises und beginnt dort hin und her zu tanzen. Es sieht aus wie ein ganz schwach leuchtendes Tuch in Form eines Geisterscheinung, wie man sie aus der einschlägigen Literatur kennt. Oben hat es eine größere Ausbeulung und an den Seiten längliche Zipfel, die sich auf und ab bewegen. Ein Gesicht in Form von Augen, Nase oder Mund ist nicht zu erkennen. Nach ein paar Runden des ‚Tanzens‘ schwebt die Erscheinung auf einmal in die Höhe und fliegt an allen Sitzern vorbei. Manchmal scheint sie den 'Kopf' zu neigen und die 'Arme' zu heben. Dann fliegt sie äußerst agil mal zu den Sitzern auf der linken Seite, zu den Sitzern auf der rechten Seite oder zu den Sitzern auf der gegenüberliegenden Seite des Kabinetts. Auch reagiert es auf unseren Gesang. Ich habe den Eindruck, als 'tanze' es um so wilder, je lauter und enthusiastischer wir singen.
Kann jeder die Erscheinung sehen? Spektrale Besucher haben sich schon immer auf vielfältige Weise in eurer diesseitigen Welt darstellen können. Diese Form leuchtender, nebelhafter Erscheinungen ist nur eine davon. Bitte, ist das Medium in Kontrolle? Das interessiert mich im Moment am meisten.
Nun verlangt Hans Bender nach der üblichen Kontrolle und der Beschreibung der Selben durch Julia und Olivier.
Ist die Erscheinung noch im Raume?
Wir bejahen seine Frage. An Olivier gewandt sagt Hans:
Bitte prüfen ganz schnell, ob auch Julias beide Hände mit dem Medium in Verbindung stehen.
Olivier beschreibt, wie er sich über das Medium beugt um Julia zu kontrollieren. Währenddessen bewegt sich die Erscheinung unverändert fort.
Bitte Freigabe des Mediums. Unser Besucher möchte noch ein wenig tanzen.
Das 'Wesen' bewegt sich weiter und erhebt sich noch einmal. Nach zwei, drei Minuten schwebt es in Richtung des Kabinetts und scheint darin zu verschwinden. Wir singen derweil weiter.

Künstlerische Darstellung des 'Geistwesens' von Tina D.

Nach ein paar Minuten ertönt eine mir bisher unbekannte Stimme aus dem Kabinett. Sie klingt wesentlich jünger, als die Stimme der Trance-Persönlichkeit Hans Bender. Auch hört sie sich bestimmender und lauter an. In englischer Sprache spricht nun die unbekannte ‚Person‘:
Good evening Ladies and Gentlemen. Good evening. I'm a reverend from the United States and I have worked with Kai already this week once. And there is a promise that was not fullfilled. And I would like to have Julia now to tape my mouth. Bring red light in and show myself please. It is a little bit embarrassing for me because I usually was wearing very sophisticated cloths and loved modern cloths and looking good and Kai is not so very well in this. If you would please tape the mouth of the medium now and sign it with the identification marks as you like.
Übersetzung:
Guten Abend meine Damen und Herren. Guten Abend. Ich bin ein Reverend aus den USA und habe diese Woche bereits mit Kai zusammengearbeitet. Und da ist ein Versprechen, welches nicht erfüllt wurde. Ich möchte nun, dass Julia meinen Mund mit Klebeband zuklebt. Bitte schalte das Rotlicht ein und zeige mich bitte (den Damen und Herren). Ich schäme mich ein wenig, da ich meistens elegante Kleidung getragen habe. Ich habe moderne Kleidung und gutes Aussehen geliebt, aber Kai ist darin nicht so gut. Würdest du nun bitte den Mund des Mediums zukleben und an den Seiten mit einem Stift markieren?
Julia klebt einen weißen Streifen Klebeband über den Mund des Mediums und zeichnet mit einem schwarzen Stift Striche an den seitlichen Enden des Streifens bis auf die Wangen des Mediums. So soll anscheinend eine Manipulation ausgeschlossen werden, denn würde das Klebeband entfernt und wieder über den Mund geklebt werden, müsste man genau diese Markierungen treffen.

Nun wendet sich der Reverend allen Sitzern zu, um den verklebten Mund zu zeigen. Dann setzt er sich auf den Stuhl im Kabinett und Julia schaltet das Rotlicht wieder aus. Das Kabinett wird wieder geschlossen. Der Reverend gibt zu erkennen, dass wir weiter singen sollen.

Nach ungefähr 4 Minuten signalisiert er durch Tapsen mit dem Fuß, dass das Kabinett geöffnet und das Rotlicht eingeschaltet werden soll.

Man sieht immer noch das Klebeband auf dem Mund und die schwarzen Striche darauf unverändert auf ihren Positionen. Das Medium steht nun im Sitzerkreis. Es beugt sich nach vorne und zieht die Augenlider herunter. Nach kurzer Zeit fällt ein kleiner Gegenstand scheinbar aus dem Auge. Ich kann noch nicht erkennen um was es sich genau handelt. Nun entfernt das Medium das Klebeband und aus seinem Mund fallen weitere kleine Gegenstände zu Boden. Die anderen Sitzer meinen, dass es sich um kleine Kreuze handelt. Ich selbst kann das in dem Rotlicht nicht erkennen. Das Medium reibt sich an den Wangen und sofort fallen weitere Gegenstände zu Boden. Dann kommen wieder welche aus den Augen und sogar aus den Ohren. Danach zieht das Medium seine Oberlippe nach oben und zeigt, wie eines der Gegenstände, es handelt sich tatsächlich um ein kleines Kreuz, auf dem Zahnfleisch liegt oder daraus hervor kommt. Es sieht etwas angestrengt aus, wie das Medium sich die Kreuze aus den Wangen schiebt oder wenn es an den Augen herum fingert und auf einmal der Gegenstand ans Licht kommt. Und doch scheint es kein Ende zu nehmen.

Eine scheinbar unerschöpfliche Anzahl von kleinen Kreuzen sind aus dem Kopf des Mediums hervorgegangen und liegen nun verteilt auf dem Boden. Insgesamt achtunddreißig Kreuz-Anhänger kamen aus Augen, Ohren, Nase und Mund des Mediums hervor.

Jetzt spricht der Reverend wieder und neigt sich dabei den einzelnen Sitzern zu:
Ladies and Gentlemen, we will try to come in future sometimes more often through Kai Felix. Because there is a destiny that connects us. This destiny is connected with my now colleague Hans. Hans and his colleagues, yes they needed sometime until they accepted me because I was a very colorful figure during my times. I thank you very much for accepting me and my appearance. I retreat now with the medium. Please close the light.
Übersetzung: 
Meine Damen und Herren, wir versuchen in Zukunft öfter durch Kai Felix durchzukommen, weil uns ein Schicksal verbindet. Dieses Schicksal ist mit meinem neuen Kollegen Hans verbunden; Hans und seinen Kollegen. Ja, sie brauchten einige Zeit um mich zu akzeptieren. Ich war zu Lebzeiten eine sehr schillernde Persönlichkeit. Ich danke Ihnen, dass sie mich und mein Erscheinen akzeptiert haben. Ich ziehe mich nun mit dem Medium zurück. Bitte schaltet das Licht aus.
Das Medium geht nun zurück ins Kabinett und man hört das mittlerweile bekannte Stöhnen aus dem Kabinett. Ein paar wenige Minuten später hört man wieder die vertraute Stimme von Hans Bender:
It is me. I am back. 
Übersetzung:
Ich bin es. Ich bin wieder da.
Julia bittet Hans wieder auf Deutsch zu sprechen.
Oh yes! Please wait a second. We need to shift Kais language device into german. Give us a few seconds. 
Übersetzung:
Oh ja. Bitte warte eine Sekunde. Wir müssen Kai’s Sprachapparat wieder auf Deutsch umschalten. Gib uns ein paar Sekunden.
Nach zwei bis drei Sekunden fährt Hans auf Deutsch fort:
Liebe Freunde! Wir glauben, dass nicht nur unser neuer Begleiter, der übrigens sehr gewöhnungsbedürftig ist, sondern auch jene, die wir rekrutiert haben aus euren Reihen, nun in der Lage sind sich für kurze Zeit dem sichtbaren Spektrum des Lichtes zu nähern. Wir hoffen auf ein entsprechend gutes, befriedigendes Ergebnis wie vor einigen Tagen. Liebe Julia, bitte schnell die Plaque. Es erwarten uns noch einige weitere interessante Experimente. Deshalb bitte Beeilung. Nun kommt es darauf an. Ihr wisst an welchem Orte es geschehen soll. Es kommt jetzt nur darauf an, dass ihr genau beobachtet, was geschieht an der leuchtenden Kachel. Bitte Musik und Gesang!
Wir beginnen also wieder mit dem Gesang. Nach ungefähr einer halben Minute sehen wir einen Schatten, wie von einem Arm über der Kachel. Von meiner Position aus kann ich das Phänomen allerdings nur schwer erkennen. Hans bittet nun um Freigabe des Mediums.

Nun dauert es nicht lange und die Phänomene vor der Kachel werden intensiver: Irgendetwas huscht vor die Kachel; man sieht mehrere Finger. Trotzdem ist Hans noch nicht ganz zufrieden und bittet weiterhin um Gesang.

Ungefähr eine Minute später erscheint eine ganze Hand über der Plaque und wackelt hin und her. Die Phänomene über der Plaque sind für mich von meiner Position aus nicht besonders gut zu beobachten. Ich erkenne zwar, dass sich etwas vor der Plaque bewegt und ich erkenne auch kurz einen Handschatten, aber leider nicht so deutlich, wie die Sitzer, die näher an der Kachel sitzen. Weitere zwei Minuten später taucht kurz ein kleines Lichtlein vor dem Kabinett auf und die Schatten über der Kachel ziehen sich zurück.
Liebe Julia, wir haben das Zeichen, dass die Handformen desintegriert sind. Bitte verbringe die Plaque zurück.
Das Medium scheint wieder im Kabinett zu sitzen. Die Stimme klingt etwas gedämpft. Während Julia die Plaque wieder aufnimmt und in einen schwarzen Beutel verbringt, dürfen wir die Beine und Arme ausstrecken. Dann beginnen wir wieder mit dem Gesang.
Diese Funktionen im spirituellen Arbeiten werden falsch eingeschätzt und verkehrt beurteilt. Beispielsweise ist die Information des Lichtes meistens eine insbesonders Heilsame. Julia, sind Lichter bereits im Raume erkennbar?
Da weder Julia noch jemand anderes während des letzten Musikstückes ein Licht gesehen hat, bitte Hans um weiteren Gesang.

Während wir also weiter singen, höre ich, wie das Medium mit samt dem Stuhl aus dem Kabinett rückt. Kurz darauf erscheinen die ersten Lichter im Raum und Hans fragt, ob alle Sitzer sich an den Händen halten.
Liebe Freunde, richtet eure Blicke nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Denn dort hin reicht das Licht, das sich vor euren Augen zeigen wird. Es spielt keine Rolle, ob es direkt zu euch fliegt oder ob es in einiger Entfernung sich bewegt. Wichtig ist, dass ihr es beobachtet und euch dabei innerlich ganz öffnet und versenkt. Bitte: Musik und Gesang!
Es dauert nicht lange und das mir bereits bekannte kleine Lichtlein fliegt im Raume herum. Nur ein paar Sekunden später fliegen bereits drei Lichtlein durch den Raum: kleine grüne Lichtpunkte, die mal schwach, mal ganz hell leuchten. Sie sausen alle drei in unterschiedlichen Richtungen durch den Raum und 'besuchen' mal den einen oder anderen Sitzer. Man spürt dabei jedoch keinen Lufthauch.

Nun bittet Hans wieder um die übliche Kontrolle des Mediums. Julia und Olivier berichten, wie sie das Medium auf beiden Seiten festhalten. Währenddessen fliegen die Lichter weiterhin im Raum hin und her.

Hans weist darauf hin, dass das Licht unter Umständen leichte Entladungsgeräusche von sich gibt. Tatsächlich kann man nun ein leises Knistern vernehmen.

Wir singen munter weiter. Nach einer Weile meldet sich Hans um mitzuteilen, dass das Medium wieder im Kabinett sitzt. Die Lichtlein fliegen noch eine Weile weiter, dann verschwinden sie. Wir singen trotzdem weiter, denn würden wir aufhören, wäre dies für den weiteren Verlauf der Séance nicht zuträglich.

Nach ungefähr vier Minuten rückt das Medium wieder aus dem Kabinett heraus.
Liebe Freunde, wenn das Medium sich vor das Kabinett setzt, um den Damen und Herren im Raum etwas zu demonstrieren, darf das Kabinett hinter ihm nicht unvermittelt und ohne Anweisung geöffnet werden, da sich immer im Kabinett unterstützende Energien aufbauen und halten und sollten die Vorhänge zu früh geöffnet werden, auch nur um dem Medium den Eingang zurück ins Kabinett zu erleichtern, könnte das zum unverhofften Abfall von Energien führen. Liebe Freunde, bitte schwaches Rotlicht! Liebe Freunde, diejenigen, die schon mehrfach mit Kai Felix gesessen haben, kennen diesen Vorgang. Sitzt das Medium günstig? Oder sitzt es zu sehr auf der einen oder anderen Seite?
Es wird angemerkt, dass das Medium zu weit links sitzt. Sofort rückt Hans den Stuhl in die Mitte des Zirkels.
Viele von Ihnen, die die mediumistischen Sitzungen von Kai Felix besucht haben, kennen den Moment, in dem wir Objekte zu Geschenken machen, ähnlich wie unser Freund Keith es getan hat vor einigen Sekunden. Wie die Chemiker es tun geschieht es auf einem anderen Wege. Und dieser Weg mag dem eingeweihten unerklärlich erscheinen, da er sich nicht völlig erklärt aus dem Erkenntnisstand des heutigen Menschen. Jedoch lassen Sie sich sagen, dass man in der Zukunft und eben in unserer parallelen Dimension Informationen in Lichtgeschwindigkeit transportiert auf Lichtquantenstrahlen. Sie reiten geradezu auf Lichtquantenstrahlen, die wir durch die gefaltete Raumzeit schicken. Am Anlandungsort setzt ein weiterer Prozess ein, der die Information vom Quantenstrahl übernehmend zurück in seine ursprüngliche Form verbringt. Die Information, die auf dem Quantenstrahl transportiert wird, besitzt die gesamte Signatur des entstehenden Objektes. Wir möchten Ihnen heute, aufgrund des bereits aufgebrauchten Potenzials Objekte hier im Raume zu rekonstituieren, ausschließlich den energetischen Prozess vorführen. Die Einen oder Anderen haben ihn bereits gesehen. Wir bitten Sie also um Ihre Aufmerksamkeit. Meistens landen die Objekte wenn Kai Felix die Hand vor sein Gesicht hält. Die Objekte entstehen meistens hier im Bereich seiner Brust. Hier werden wir versuchen die Objekte bzw. den Lichtquantenstrahl, der die Objekte transportiert, entstehen zu lassen. Können alle das Medium sehen? Das Medium trägt nichts in seinen Händen. Es wird aber auch kein Objekt erscheinen, sondern ausschließlich der energetische Prozess wird Ihnen präsentiert. Achtung, fertig und LOS!
Ein greller Blitz erscheint direkt vor den Händen des Mediums, welche es wie zu einer rufenden Geste vor dem Mund hält. Der Blitz erhellt das Gesicht des Mediums für vielleicht eine halbe Sekunde. Es ist ein weißer, greller Lichtblitz ähnlich, wie ich ihn bereits zwei Monate zuvor in Mötzingen beobachten konnte. Diesmal jedoch scheint die Erzeugung dieses Blitzes für das Medium einfacher gewesen zu sein, da es direkt beim ersten Versuch geklappt hat.

Mit erschöpfter Stimme fragt Hans nun, ob alle den anlandenden Quantenstrahl erkennen konnten. Alle bejahen die Frage mit großem Enthusiasmus. Dann bittet Hans darum, dass das Licht ausgeschaltet wird und die Sitzer mit dem Gesang fortfahren. Während wir singen, fliegt wieder ein kleines Lichtlein im Raum herum.
Seit ihr alle noch mit mir? Gleich beginnt die spannendste Phase des Abends. Die fremdartigste Phase, die so unglaublich erscheint und doch die Menschen, betrachtet er diese seltsamen Kreationen aus dem Äther, ganz tief und an ihren archetypsichen Wurzeln zu berühren scheinen. Bitte einige Minuten Musik und Gesang!
Liebe Freunde rechts und links vom Kabinett. Bitte achtet auf dieses Zeichen (man hört, wie das Medium mit dem Fuß dreimal auf den Boden tritt). Wir werden uns laut genug zu erkennen geben
Wir singen ein bis zwei Lieder, ohne dass etwas geschieht. Dann meldet sich nochmal Hans zu Wort:
Sobald das Zeichen gegeben wird, bitte Rotlicht! Fahr fort, fahrt fort.
Hans scheint es nun eilig zu haben. Er kann heute nicht zeigen, wie das Ektoplasma aus dem Mund herauskommt und möchte gleich die hervorgebrachte Masse präsentieren.

Nach ein paar Sekunden tappst er mit dem Fuß auf den Boden und das Kabinett wird geöffnet. Im Rotlicht sehen wir das Ektoplasma. Wie bereits in den Seancen zuvor, hängt das Material vom Mund über den Oberkörper bis zu den Knien hinunter. Ich sage zu Julia, dass es aussieht wie ein riesiger Wattebausch.

Anmerkung des Verfassers:
Während ich die Aufnahme nochmals abhöre ist der Ton an dieser Stelle etwas gestört, so als ob ein statisches Rauschen mit dem Aufnahmegerät aufgezeichnet wurde.

Hans steht nun mit samt dem aus dem Munde baumelnden Ektoplasma auf und geht zu einem der Sitzer um ihm die Substanz auf die Stirn zu drücken. Danach geht er zu einem zweiten Sitzer und presst auch diesem die Masse auf den Kopf. Danach setzt er sich wieder auf seinen Stuhl und spukt das Ektoplasma ganz aus.
Liebe Freunde, lieber Freund C.D. Mit dem Ektoplasma, dieses so widersprüchliche und unerklärliche Geschöpf aus dem Dunkeln des Okkulten, sind Zwei unter euch in direkten Kontakt gekommen. Hattet ihr auch das Gefühl es mit trockener Watte zu tun zu haben? Bitte beschreibt das Gefühl.
Einer der Sitzer beschreibt die Masse als ein nasses Tuch. Er sei immer noch feucht an seinem Kopf von der Berührung des Ektoplasmas. Der zweite Sitzer beschreibt die Masse ebenfalls als nass und kühl. Genau diese Empfindung hatte ich zwei Monate zuvor während der Seance in Mötzingen.
Dies ist das Besondere. Das Ektoplasma ruft immer unerwartete taktile Eindrücke hervor obwohl es so eindeutig strukturiert zu sein scheint. Auch verhält es sich in punkto Schwerkraft anders, als es von einem irdischen Material zu erwarten wäre.
Bitte, das Plasma hat sich nun vom Medium getrennt und nun möchten wir euch einen der fremdartigsten Prozesse zeigen. Wer wurde am Kopfe gestreichelt heute?
Liebe Freunde, nun zeigen wir euch die Bildung solch eines substituieren Schnellwesens, das aus dem Reich der Gedanken, aus dem das Ektoplasma ursprünglich stammt und in dem letztlich alle Gedanken und Taten, die jemals gedacht und getan wurden, sich vereinigen. Aus diesem Grunde heilen wir mit Ektoplasma mit der Hilfe von einer Mediziner-Gruppe, die sich 'Dr. Felix' nennt, aber eine Gruppe von ehemaligen Medizinern ist. Das Ektoplasma verbindet den Patienten direkt mit den höher geordneten Sphären und das Einzige, das ihn davon hindert zur Ganzheit zu gelangen ist er selbst.
Doch nun liebe Freunde lasst uns sehen, ob wir eine menschliche Form, einen Teil einer menschlichen Form aus dem Plasma materialisieren können. Bitte zwei, drei Sekunden Musik und Gesang.
Wir beginnen mit dem Gesang.

Anmerkung des Verfassers:
Während Hans gesprochen hat und das Kabinett geschlossen war, war die Audioaufnahme wieder glasklar. Kaum haben wir mit dem Gesang begonnen, ist die Aufnahme wieder von Störungen beeinflusst. Ganz so, als würde das Ektoplasma oder andere Prozesse, die damit im Zusammenhang stehen, die Aufnahme beeinflussen.

Nach ca. einer Minute bittet Hans um schwaches Rotlicht und um vorsichtige Öffnung des Kabinetts. Er hat ein wenig Sorge, dass das Ektoplasma an den Vorhängen des Kabinetts kleben bleibt.
Kann jeder den Substanzhaufen sehen? Bitte beobachtet ihn genau!
Die Substanz bewegt sich ein wenig, doch Hans bitte nochmals um Schließung des Kabinetts.
Liebe Freunde, das Plasma desintegriert im sichtbaren Spektrum des Lichtes und das ist der Nachteil. Bitte ein erneuter Versuch. Jetzt!
Das Kabinett wird wieder geöffnet. Das Ektoplasma bewegt sich wieder ein wenig und Hans bittet nun Julia zu demonstrieren, dass keinerlei Aufhängung oder sonstige Hilfsmittel am Kopf des Mediums befestigt sind, mit dem es die Bewegungen des Plasmas hervorrufen könnte. Dafür bewegt sie einen ihrer Arme zwischen dem Kopf des Mediums und der am Boden liegenden Masse hin und her.
Nun, was wird aus dieser Schöpfung hier? Bitte um Schließung des Kabinetts. Es tut uns leid.
Irgendwie konnte ich noch keine richtige Schöpfung erkennen und Hans Bender scheint etwas enttäuscht zu sein, dass es nicht so richtig klappen will. Die Vorhänge werden wieder geschlossen.
Konnte wenigsten jeder ein ungefähres Anwachsen der Substanz beobachten? Geben wir der Substanz eine halbe Minute, denn wir glauben eine Form generieren zu können.
Die Musik wird wieder eingeschaltet und wir beginnen mit unserem Gesang.
Nun geschieht das Fremdartigste überhaupt. Vorsicht. Bitte Licht runter drehen. Öffnung des Kabinetts. Wir glauben die Form bildet sich nun. Vorsichtige Rotlichtverstärkung.
Das Licht ist nur sehr schwach eingeschaltet. Und ich kann nicht viel sehen, da die Substanz im Schatten des Kabinetts liegt. Olivier berichtet, dass er den Kopf eines Mönches erkennen kann.
Und nun enthüllt sich meine Hand! Könnt ihr die Hand nun sehen?
Auf dem Ektoplasma liegt nun tatsächlich eine Hand. Man kann sogar an einem Finger einen Ring erkennen. Die Hand bewegt sich auf und ab, so als ob sie uns winkt. Dann schwebt sie ein paar Zentimeter nach oben und Hans bittet um Schließung des Kabinetts.
Konnte jeder die verschiedenen Stufen dieses fremdartigen Prozesses einigermaßen beobachten? Das freut uns sehr. Bitte Musik und Gesang.
Wir singen weiter und ich vermute schon, dass die Séance bald ihr Ende finden wird. Zum Abschluss gibt uns Hans Bender noch eine Botschaft mit auf den Weg:

Viele werden sich fragen, was wohl dieser alte Professor der Psychologie in einem verschwitzten, fremden Körper mit verschwitzten fremden Leuten in einem überhitzten Keller zu suchen hat einige Jahre nach seinem Hinfort gehen aus den irdischen Sphären. Liebe Freunde, die Geschichte ist so uralt und ich will und darf euch jetzt nicht langweilen, da Kai Felix zur Oberfläche drängt, doch der Mensch trägt ein uraltes Erbe auf seinen Schultern und zwar auf jeder seiner Schultern eines und diese beiden sich bekämpfenden, inhaltlich informellen Potenziale bekämpfen und bekriegen sich und jeder Mensch muss sich entscheiden welchen der beiden Wege er nimmt. Und im Endeffekt bleibt dem Menschen nur die Wahl einen dieser beiden Wege zu betreten. Der Eine ist der, der ihn zurückführt in die Arme der Natur und ihn einbettet in die natürliche Rangfolge und der ihn nähren wird und der die Menschheit zurückführen wird in ein natürliches Gleichgewicht, dass ihr Weiterbestehen sichern wird. Der andere Weg ist der, auf der der Mensch schnelle und große Gewinne machen wird; großen Reichtum und Ruhm anhäufen wird. Den Männern werden die Frauen zu Füßen liegen; die Frauen werden in schnellen Wagen die Blicke auf sich ziehen. Liebe Freunde, zur Zeit des Industrialismus, als diese beiden Wege so einen deutlichen Scheideweg vollzogen, nämlich mit dem Beginn des Industrialismus und dem Beginn des Materialismus ganz klar in Richtung der Ausbeutung der Ressourcen bis zum letzten Jota; Ausbeutung der Natur, Ausbeutung des Menschentums zum Gewinn und Erfolg Weniger. Liebe Freunde, zu dieser Zeit bildete sich die Union die heute das spiritualistische Zeitalter genannt wird. Denn diese informellen Potenziale haben sich einst, und können sich noch heute, in Form von höher geordneten Wesenheiten offenbaren, die meistens beide an Orten anlanden wie der Erde beispielsweise. Die Einen möchten die Menschen erweitern und die Rasse zu ihrem Glück und ihrer Verwirklichung führen, und die anderen möchten das Prinzip des Herrschens einführen. Des Herrschens und des Ausbeutens. Dieser Union wurde ich gleich Teil kurz nach meinem Übergang. Und der Grund, warum wir hier gemeinsam zusammengekommen sind ist der, dass wir Menschen zusammenbringen müssen, Menschen zusammenführen müssen, die sich endlich auflehnen gegen die Zerstörung ihrer eigenen Umwelt. Denn, liebe Freunde, ihr werdet erfahren, und in kosmischen Zeitaltern gedacht schon sehr bald, dass das menschliche Bewusstsein multidimensional ist und ihr, aber auch alle Wesen dieser Erde, multidimensionale Wesen sind, die in unzähligen Effigien existieren; auf verschiedenen Ebenen von Raum und Zeit und die alle von eurem zerstörerischen Tun betroffen sind. Eure Verantwortung geht viel weiter, als ihr dachtet. Aus diesem Grunde sind wir eigentlich hier. Mit unseren fremdartigen Darbietungen ziehen wir die Aufmerksamkeit auf uns. Doch letztendlich ist es euer Gehör und euer Verständnis, dass wir wollen. Liebe Freunde, wir werden Kai Felix aus der Dunkelheit zurück ins Lichte seiner Existenz befördern. Liebe Julia: schließe die Séance.
Damit ist die Séance beendet und wir verlassen alle den Raum. Wie immer verbleibt das Medium noch eine Weile zusammen mit den zwei Kontrolleuren im abgedunkelten Zimmer um möglichst sanft aus der Trance zurück zu finden.

Wir anderen begeben uns zurück ins Wohnzimmer um über das eben erlebte zu sprechen.

Samstag, 19. April 2014

Erlebnisbericht: Kabinett-Séance mit Kai M. in Mötzingen, 05.04.2014

Vor über einem Jahr hatte ich das Glück ein ganzesWochenende bei dem Tiefentrancemedium Kai M. zu verbringen und drei Séancen erleben zu dürfen. Über ein Jahr später konnte ich erneut einer Kabinett-Séance im privaten Rahmen beiwohnen und die außergewöhnlichen Phänomene rund um Kai und seiner Frau Julia am eigenen Leib erfahren.

Vergangenen Dezember wurde ich von Ute und Helmut S. aus Mötzingen (Baden-Würtemberg) zu zwei privaten Séancen eingeladen. Ich hatte das Ehepaar bereits bei meinem ersten Séance-Wochenende Anfang 2013 kennengelernt und später in der Schweiz wieder getroffen. Ute ist als Heilpraktikerin tätigt und stellt für die Séancen ihre Praxisräume im Untergeschoss ihres Privathauses zur Verfügung. Zusammen mit ihrem Mann Helmut und zwei weiteren Freunden ist Ute selber als Medium tätig und unterhält einen eigenen Zirkel.

Auf die erste Séance am ersten Abend werde ich aufgrund der Ähnlichkeit zur Tischsitzung aus dem vergangenem Jahr nicht tiefer eingehen. Das Setting entspricht fast den gleichen Begebenheiten: ein runder blauer Plastiktisch, zwölf Stühle für die Sitzer und das Medium, ein abgedunkelter Raum. Die Phänomene sind auch in etwa die Gleichen: ein äußerst agiler und lebendig wirkender Tisch, dessen Bewegungen in zig fachen Vollerhebungen endet; sprich: der Tisch fliegt vom Boden in die Höhe und ‚hängt’ für einige Sekunden wie schwerelos in der Luft, mehrere Berührungen von Sitzern durch sogenannte Pseudogliedmaße und kleine Lichtlein, die zumeist von der Mitte der Tischplatte in einem steilen Winkel nach oben fliegen.

Besonders erwähnenswert ist jedoch, dass während der Tischsitzung Instrumente, die zuvor im bereits aufgebauten Kabinett auf einem Stuhl platziert wurden, aus dem Selben mehrmals regelrecht hinausgeworfen werden. Die Phänomene der Tischsitzung ähneln bereits den Phänomenen, die während der Kabinett-Sitzung beobachtet werden können. Bei der Tischsitzung bleibt das Medium jedoch im Wachzustand, die Phänomene wirken eher zufällig und bleiben von der Transpersönlichkeit ‚Hans Bender’ unkommentiert. Für sich genommen stehen bereits diese Phänomene in Eindrücklichkeit und Außergewöhnlichkeit den Phänomenen der Kabinett-Sitzung in nichts nach.

***

Am nächsten Tag  treffen wir uns um 17 Uhr zu zwölft im Haus von Ute und Helmut: die Gastgeber Ute und Helmut nebst ihren zwei Zirkelmitgliedern, fünf weitere Gäste, Kai und Julia und ich. Da die fünf Gäste allesamt Neulinge im Bereich des physikalischen Mediumismus sind beginnt Kai mit einer langen Einführung über die Geschichte des Spiritismus, über verschiedene Arten von Kabinettsitzungen, über Verhaltensregeln der Sitzer während der Sitzung und über die zu erwartenden Phänomene. Ich kenne das natürlich alles schon, aber es ist trotzdem interessant Kai zuzuhören, da er immer wieder mit seinem reichhaltigen Wissen und neuen Geschichten und Anekdoten aus dem Spiritismus zu unterhalten weiß. Kai ist ein bisschen gesundheitlich angegriffen; eine Erkältung hat ihn erwischt und dem entsprechend muss er öfters husten und die Nase schnäuzen.

Nach ungefähr anderthalb Stunden fühlen wir uns bereit in den Séanceraum zu gehen und die Sitzung zu beginnen. Kai hat sich ungefähr 20 Minuten vorher zurückgezogen um mit der holotropen Atemtechnik zu beginnen, die es ihm ermöglicht in den Trancezustand zu fallen.

Wir nehmen währenddessen auf den uns bereits zugewiesenen Stühlen platz. Die Stühle sind derart aufgestellt, dass sie ein Oval bilden. Auf der  einen spitzen Seite des Ovals steht das Kabinett mit dem Stuhl für das Medium und auf der anderen Seite, innerhalb des Ovals, die Trommel mit den aufgebauten Instrumenten. Vor dem Kabinett ist mit schwarzem Klebeband die Linie markiert, bis zu welcher das Medium mit dem Stuhl gelegentlich aus dem Kabinett hervorrücken wird. Mein Platz ist der zweite Stuhl auf der rechten Seite des Kabinetts. Also ziemlich nah am Medium und gleich neben Julia.

Nachdem alle auf ihren Plätzen sitzen kommen Helmut und das schwer atmende Medium in den Séance-Raum. Kai hat die Hände erhoben, sodass wir alle sehen können, dass er nichts mit in den Raum hineinbringt. Außerdem hat Helmut Kai vorher bis auf die Unterhose ausgezogen und auf Unregelmäßigkeiten in Form von Hilfsmitteln, usw. kontrolliert. Diesen sogenannten ‚Stripsearch’ hatte Ute auch bei Julia vorgenommen, bevor sie in den Séanceraum gegangen waren. Es kann also ausgeschlossen werden, dass weder Kai noch Julia irgendetwas mit in den Raum geschmuggelt haben. Als Helmut und Kai nun Platz genommen haben wird der Raum von innen verschlossen.

Der Raum wird nun nur noch von der Rotlichtlampe erhellt, die zwischen mir und Julia auf einem kleinen Tischchen steht. Julia schaltet ein Aufnahmegerät ein und die Rotlichtlampe aus und die Sitzung beginnt. Wir hören ein lautes Lied zur weiteren Trance-Induktion und das regelmäßige Stoßatmen von Kai, mit welchem er nun in den schlafähnlichen Zustand fallen wird. Nach ungefähr zehn Minuten ist es dann soweit: aus dem lauten Atmen des Mediums formt sich die Stimme von ‚Hans Bender’, der verstorbene Parapsychologe und Geistführer von Kai.

Guten Abend liebe Freunde! Mein Name ist Hans und ich grüße jeden einzelnen von Ihnen aufs ganz besonders herzlichste im Namen von Kai Felix, im Namen der Entwicklergruppe und im Namen meiner Kollegen, die im Hintergrund arbeiten werden um diesen Abend zu einem besonderen werden zu lassen. Zu einem Abend an dem die Welten sich kreuzen und austauschen werden. Ja, ich grüße insbesondere Kais Julia und ich begrüße natürlich Ute und Helmut, die es möglich gemacht haben. Liebe Ute wir freuen uns dich wiederzusehen. Lieber Helmut wir freuen uns auch dich wieder zu sehen. Nun Kai Felix hat es ein wenig schwer und sein gesamter Atmungsapparat und Bronchialsystem sind angegriffen. Das heißt mein reguläres Sprechen durch Kai Felix wird diesen neuen Umständen angepasst sein und darüber hinaus werden wir insbesondere rationell mit allen energetischen Potenzialen, die Kai Felix als Medium beiträgt, umzugehen haben. Liebe Freunde nichts desto trotz und keine Sorge es ist nicht nur Kai Felix, der die Grundlage bildet für energetisches Geschehen in diesem nun abgeschlossenen Raume zur Außenwelt hin,  in der wir aufgrund dieser besonderen Konstellation aus Gruppe und Bewusstsein ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten aufoktruieren werden können. Liebe Freunde, als nächstes möchten wir die Übernahme des energetischen Geschehens bzw. die Hauptlast auf das Kraftfeld legen, dass sich durch die Gruppenkonstellation und die elektromagnetischen Potenziale des menschlichen Körpers bildet. Jeder der Anwesenden hier wird Teil dessen werden und jenes Feld, jenes Potenzial, das daraus entsteht, wird hauptsächlich nun in den ersten Phasen unserer Zusammenkunft die energetische Hauptlast tragen. Das Kai Felix Organismus hauptsächlich mit dem Zustand der Fremdkontrolle einige seiner körperlichen Funktionen, dem Sprechen beispielsweise und den kleinen Bewegungen die wir mit seinem Körper ausführen werden, zurechtkommen wird. Das wird ihm gelingen trotz seiner Erkältung. Liebe Freund nun bitte, sobald ihr nun die Geister einlasst durch freudiges Singen und Signalisieren, dass ihr breit seit die Energien zu empfangen, werden sich im Raume jene Potenziale verdichten und im unterschiedlichen Maße auf den Einen oder Anderen oder Objekte im Raume beginnen Einfluss zu nehmen. Das Medium wird sich gleich in die Kontrolle begeben. Nun zu allererst bitte: der oder diejenige, die die Musik verantwortet: Wir mögen nun mit dem Singen beginnen und sobald das Feld errichtet ist sehen wir weiter.

Wir halten uns also alle an den Händen und beginnen zu Songs von den Beatles zu singen. Die Stimmung ist heiter und gelöst. Während wir singen höre ich, wie das Medium scheinbar mit samt dem Stuhl aus dem Kabinett rutscht.

Das Medium sitzt nun in eurer Runde und ich bitte darum, dass es in Kontrolle genommen wird. Fahrt fort bitte.Die Kontrolleure mögen bitte ganz kurz die Situation beschreiben während der ersten Effekte im Raume. Bitte Helmut!

Helmut erklärt wie er das Medium festhält. Er sitzt links vom Medium und hält mit seiner rechten Hand die linke Hand des Mediums und mit seiner linken Hand kontrolliert er das linke Bein von Kai.

Bitte Helmut, bist du vielleicht auch in der Lage zu bestimmen, ob Kai Felix irgendeinen Muskeltonus zu verzeichnen hat oder ist der Körper vollkommen schlaff?

Helmut bestätigt, dass das Medium vollkommen schlaff auf dem Stuhl sitzt. Während Hans spricht, fallen bereits die Instrumente auf der Gegenüberliegenden Seite des Kabinetts  von der Trommel.

Helmut, prüfe doch bitte während dieser frühen Geschehnisse, während klar ist, dass das Medium auf seinem Stuhl sitzt, dass es nicht Julia ist, die im Raume umher geht. Bitte prüfe ob Julia dort ist, wo sie zu sein hat.

Helmut berichtet, wie er sich über das Medium beugt und Julias Position auf der anderen Seite überprüft. Er bestätigt, dass Julia auf ihrem Stuhl sitzt und das Medium festhält.

Bitte prüfe, dass das Medium weder am Halse noch am Kopfe irgendeine Form weitergehender Devices hat. Bitte beschreibe die Situation des Kopfes des Mediums.

Helmut erklärt, wie er den gesamten Oberkörper und den Kopf des Mediums abtastet und überprüft. Julia hatte im Vorgespräch erwähnt, dass theoretisiert worden sei, Kai trüge eine Vorrichtung an der Stirn, mit der er die Phänomene hervorrufe. Das Medium würde während der Séance eine Rute oder Angel mittels eines Stirnbandes am Kopf befestigen und damit die Effekte innerhalb des Sitzerkreises hervorrufen. Scheinbar versucht Hans Bender diesen Vorwurf durch Helmuts zusätzliche Kontrolle zu entkräften.

Helmut bestätigt nun, dass keine zusätzlichen Gegenstände am Oberkörper oder am Kopf des Mediums befestigt sind. Auch ragen keine Fäden oder ähnliches vom Medium in den Sitzerkreis. Während das Medium nun also unter voller Kontrolle von Helmut steht hört man die ganze Zeit die Rasseln auf der gegenüberliegenden Seite klingen.

Bitte gehe zurück auf deinen Kontrollplatz, lieber Helmut. Liebe Sitzer, wie ihr bemerkt bedarf es nur weniger Sekunden eingeschränkter Aktivität und schon lassen die Energetiken im Raume nach. Ich bitte euch also: Musik und Gesang und wir lassen die Formen sich noch ein wenig weiter konstituieren. Bitte fahrt fort.

Währenddessen Hans dies sagt, werden einige Sitzer bereits an verschiedenen Körperteilen berührt. Wir singen nun kräftig und voller Enthusiasmus die Lieder von den Beatles. Dazwischen hört man immer wieder das Atmen des Mediums; es klingt manchmal wie ein leises Wimmern.

Ich versuche hauptsächlich ein reguläres Atmen am medialen Organismus zu vollziehen. Diese klagenden Geräusche, die von Zeit zu Zeit auftreten, sind Reaktionen des Restbewusstseins von Kai Felix und kein Grund zur Besorgnis. Bitte fahrt fort!

Immer wieder erfahren die Sitzer nun Berührungen. Ich selbst spüre eine Berührung am Bauch. Es fühlt sich an, als würde ein rauer Lederlappen gegen mich gestupst. Als ich den Verursacher des Stupsens direkt anspreche, wird die Berührung wiederholt. Diese Episode dauert ungefähr 10 Sekunden und jedes Mal, wenn ich ‚den Stupser’ anspreche, werde ich wieder berührt. Ein responsives Phänomen!

Die Damen und Herren, bitte beschreiben Sie den anderen, was Ihnen widerfahren ist. Zuerst die Dame hinten rechts.

Die angesprochene Dame beschreibt ein Kratzen an ihren Beinen und dann eine Art Schwanzwedeln direkt vor ihr. Während sie das erzählt, sitzt ‚das Hündchen’ scheinbar auf dem Schoß meiner Nachbarin zu meiner Rechten. Die Damen auf der gegenüberliegenden Seite berichten von ihrem Eindruck eines herumlaufenden Hühnchens und von Flügelschlagen an den Knien. Wir singen dabei munter weiter.

Nach ein paar Sekunden bitte Hans wieder um Berichte von Julia und Helmut, wie sie das Medium in Kontrolle halten. Währenddessen tönen wieder die Instrumente und die ‚Hunde-Dame’ wird von einem 'leichten und kleinen Tier' am Knie gekratzt.

Liebe Freunde, interessant wie ausführlich bei dieser Konstellation an Sitzern eine Form der Tier- oder Haustierliebe vorhanden ist. Wir freuen uns sehr Sie in Kontakt zu bringen mit all den kleinen Viechlein, die hier herumspuken. Wir möchten heute das Kraftfeld sicherheitshalber etwas länger stabilisieren. Bitte fahren Sie noch einige wenige Sekunden fort!

Wir singen nun weiter und nach ein paar Sekunden fährt Hans Bender fort:

Bitte Helmut, hat das Medium versucht sich irgendwie von seinem Platze hinfort zu bewegen?

Helmut und auch Julia bestätigen, dass das Medium nicht aufgestanden ist und auf seinem Platz sitzt.

Liebe Freunde, bitte für die letzten Sekunden: bitte Freigabe des Mediums. Das Medium wird für einige Sekunden frei vom Kabinett sitzen. Bitte Helmut, gib das Medium frei. Wir möchten nicht, dass zuviel mediumistische Energie in den Zirkel abfließt aufgrund der gesundheitlichen Situation von Kai Felix. Ich versichere Ihnen aber, wir werden den Stuhl nicht verlassen und bitten Sie nun fortzufahren.
    
Währen der nächsten paar Minuten scheint das Medium wieder ins Kabinett gerückt zu sein, denn seine Stimme klingt nun etwas gedämpft.

An Julia gerichtet bittet Hans Bender nun um den Aufbau des Experimentes mit den leuchtenden Bällchen. Julia stellt eine kleine Platte mit fluoreszierenden Bällchen auf die Trommel und lädt die Bällchen mit einer Taschenlampe auf, damit diese später im Dunkeln gut zu sehen sind. Währenddessen und danach läuft die Musik weiter, jedoch dürfen wir nun kurz die Beine ausstrecken und müssen uns nicht an den Händen halten.

Nun gebt fein Acht, ob ihr bereits im Gegenlicht der zugegebenermaßen nicht sehr hell erleuchteten Bällchen die ersten Formen, die im Raum agieren erhaschen könnt. Kontrolle des Mediums und Musik und Gesang!

Es dauert nicht lange und die Bällchen bewegen sich, so als würde sie jemand auf der Platte anstupsen.

Beschreibung der Situation des Mediums bitte, Helmut!

Erst beschreibt Helmut wieder seine Kontrolle des Mediums, dann Julia.

Bitte Helmut überprüfe, ob Julia tatsächlich mit beiden Händen in der Kontrolle beteiligt ist.

Helmut beugt sich wieder zu Julia und bestätigt, dass sie auch tatsächlich auf ihrem Platz sitzt und das Medium festhält. Während dieser ‚Super-Kontrolle’ bewegen sich die Bällchen auf der anderen Seite des Sitzerkreises. Auch kann ich Schatten vor den Bällchen sehen, als ob dort etwas vorbei läuft.

Danke lieber Helmut. Während der Kontrolle kam es zur Manipulation der Bällchen; das ist wichtig! Denn während der Kontrolle blockiert Helmut den gesamten Körper des Mediums zum Raume hin und kontrolliert Julias beide Hände. Bitte nun Musik und Gesang! Lasst sehen, was diese frühen Formen in der Lage sind mit den erleuchteten Bällchen zu tun.

Die Bällchen werden von der Platte gestoßen und rollen innerhalb des Sitzerkreises herum. Einzelne Sitzer berichten von Schatten vor den leuchtenden Kugeln.

Bitte, wir möchten euch nun versuchen sichtbar zu machen was im Raume agiert. Julia, zuvor jedoch: verbringe die Bälle zurück in ihre Position! Freigabe des Mediums! Jetzt Musik bitte! Medium zieht sich zurück.

Wir singen nun ca. 5 Minuten, ohne dass irgendetwas passiert. Dann meldet sich Hans Bender wieder zurück:

Aufgrund der energetischen Verstrickungen Kai Felix mit seiner Erkältung werden wir ein anderes Experiment vorziehen, das wir in zwei Teile aufteilen werden. Wir werden als allererstes Kai Felix Körper da selbst nutzen um Objekte im Raume zu materialisieren. Das soll außerdem Ihren gierigen visuellen Sinnen ein wenig befriedigen zu diesem Zeitpunkte. Der zweite Teil des Experiments wird dann allerdings ohne materialisiertes Objekt ablaufen, da wir Ihnen nur die Energetik des Geschehens vor Augen führen möchten. Nun gut. Liebe Julia. Wir brauchen bitte sehr mildes Rotlicht um das Medium nicht noch mehr anzustrengen. Wir möchten Kais und unseren Freund C.D. fragen, ob er im Schneidersitz vor dem Medium Platz nehmen möchte am Boden.

Gerne bejahe ich die Bitte von Hans Bender.

Bitte, dann erhebe dich lieber Freund und setze dich zu Boden!

Ich stehe auf und setze mich im gedämpften Rotlicht direkt vor das Medium auf den Boden.

Bitte prüfe die Hand des Mediums. Befindet sich dort auch kein Ring oder Uhr oder Ähnliches. Prüfe sicher die Fingerzwischenräume. Auch den Arm hinauf soweit du willst um sicher zu gehen, dass dort nichts verborgen ist.

Ich untersuche gewissenhaft die Hand von allen Seiten, den Arm hinauf bis in den Ärmel des T-Shirts hinein. Es ist nichts Auffälliges zu sehen.

Nun lasse die Hand nicht mehr außer Augen und forme deine beiden Hände darunter und versuche den Moment, wenn das Objekt sich materialisiert direkt unter der Handfläche, zu erfassen. Nicht zu helles Rotlicht. Nicht, dass uns Kai Felix mitten in der Show erwacht.

Hans stöhnt und bewegt die Finger hin und her. Aus meiner Position kann ich das gut erkennen. Hans stöhnt immer wieder und bewegt alle fünf Finger, wie zu einer kraulenden Bewegung.

Versuche das Objekt fallen zu sehen!

Nach einem besonders heftigen Stöhnen höre ich, wie ein Objekt zu Boden fällt und sehe, wie es unter den Stuhl rollt. Den Moment der Materialisation konnte ich jedoch leider nicht beobachten. Ich weiß nicht, ob ich zu diesem Zeitpunkt geblinzelt habe, oder ob die Lichtverhältnisse im sehr schwachen Rotlicht doch zu schlecht waren.

Du hast es nicht fallen gesehen? Oh, wie schade. Hat es jemand anderes fallen gesehen?

Mindestens drei Sitzer melden sich und beschreiben, dass sie es zu Boden fallen gesehen haben. Nun richtet sich Hans wieder an mich:

Lieber Freund, diese Figurinen tragen immer eine Botschaft mit sich. Diese Botschaft zu entschlüsseln ist der deinige Teil an diesem Experiment. Wir danken dir trotzdem herzlich, dass du Teil unseres kleinen Versuches Erster Teil geworden bist. Bitte gehe zurück zu deinem Platze! Jawohl, die Chemiker wünschen Energieaufbau. Das bedeutet bitte ein Liedlein!

Die materialisierte Lakshmi-Figurine

Wir beginnen wieder mit dem Gesang und es dauert nicht lange, da fliegt ein kleines Licht im Raum hin und her. Es landet auf dem Schoß meiner Sitznachbarin und ich spüre regelrecht die 'Landung' auf ihrem Arm. Ich drehe mich zu ihr, um vielleicht das Lichtlein zu sehen. Ich erkenne zwar nichts, werde aber wie von etwas an der Wange berührt. Es fühlt sich an, wie ein weicher Lederlappen. Ich spüre auch den Lufthauch, als ‚dieses Etwas’ wieder verschwindet. Während wir das Lichtlein weiter beobachten, wie es in schnellem Tempo zwischen uns Sitzern hin und her fliegt, möchte Hans, dass das Medium wieder in Kontrolle genommen wird.

Helmut möge bitte die Superkontrolle ausführen, dass auch klar ist, dass es auf keinen Fall Julia ist, die das Licht irgendwie im Raume verteilt. Julia bitte sage, wo du bist. Helmut, bitte prüfe die Hände!

Julia beschreibt wieder ihre Kontrolle des Mediums. Danach beugt sich Helmut wieder über das Medium um Julia auf der anderen Seite zu überprüfen. Währenddessen fliegt das Lichtlein immer noch im Raum hin und her.

Bitte prüfe, ob das Medium nichts am Oberkörper hat!

Helmut tastet den Oberkörper und den Kopf des Mediums ab und berichtet, dass er nichts Außergewöhnliches finden kann.

Bitte für einige Sekunden, lassen Sie uns den ganz lautlosen Prozess genießen.

Wir sitzen nun ruhig und ohne zu sprechen auf unseren Stühlen, während das Licht immer noch im Raum umherfliegt. Es bewegt sich nur Zentimeter vor meiner Nase und fliegt mit großer Geschwindigkeit an allen Sitzern vorbei. Dabei hört man nicht das geringste Geräusch.

Kein Geräusch. Nur ein schwacher Wind begleitet die Lichtlein im Raume.

Auf einmal stürzt das Lichtlein ab und bleibt reglos aber leicht pulsierend auf dem Boden liegen. Hans bittet um Musik und Gesang. Als wir mit dem Singen beginnen, leuchtet das Lichtlein wieder so stark wie zuvor und setzt seinen Rundflug fort. Hans beginnt nun mit einer Erklärung zu den Bewegungen des Lichtleins.

... symphatetische Bewegung genannt und da das Medium Teil des energetischen Komplexes ist, reagiert das Licht auf die Bewegung seiner Hand... sollte es jedenfalls. Helmut, prüfe bitte, dass nichts, keine Verbindung zwischen Kais Hand und dem Licht besteht!

Helmut überprüft die Hände des Mediums und währenddessen fliegt das Lichtlein noch schneller hin und her und scheint die Bewegungen, die das Medium mit seinen Händen vollführt, in gleicher Weise nachzumachen. Hans bittet Helmut nun beide Hände des Mediums zu halten. Immer noch fliegt das Licht für uns alle sichtbar äußerst agil im Raum umher. Zum Ende hin fliegen gar drei Lichter gleichzeitig durch den Raum. Nach ca. 4 Minuten ist dieses kleine Experiment beendet.

Wir singen ca. sechs Minuten weiter, als sich Hans aus dem Kabinett meldet:

Vorsichtiges Rotlicht! Das Medium ist heute nicht gänzlich vertieft, jedoch gelingt es ihn in der Trance zu halten. Liebe Freunde, wir sprachen von einem zweiten Teil des Materialisationsexperiments. Liebe Freunde, jene Objekte, die wir in den Raum transportieren, und dabei spielt es keine Rolle ob sie gänzlich ersonnen sind und sich aus dem Reich des virtuellen, spirituellen in einem aufwendigen Prozess in den dreidimensionalen Raum produzieren oder ob sie tatsächlich von einem anderen Ort hierher gebracht sind. Ich darf Ihnen versichern, woher sie auch stammen, sie reisen erstklassig! Und wir möchten uns bemühen dies weitestgehend versuchen zu spezifizieren. Die Information der Objekte, kurz bevor es durch einen Zusatzprozess zu einer Rekonstitution kommt, reisen auf einem Lichtquantenstrahl, der durch die gefaltete Raumzeit reist. Am Ende dieses Stahls, sobald dieser Strahl dort wo wir ihn hindirigieren endet, gelangt die Information, die durch einen weiteren Prozess vom Informellen ins Physische sich schöpft. Nun bitte ein wenig helleres Rotlicht! Wir möchten diesen Prozess Ihnen nun vorführen. Allerdings ohne ein Objekt zu transportieren. Wir möchten Ihnen die Energetik des Prozesses demonstrieren sofern es gelingt natürlich.

Das Medium beginnt zu stöhnen und Hans scheint zu versuchen es wieder in den Schlaf oder Trancezustand zu bringen. Es ist, als ob Hans auf das Medium einredet und es in den Schlaf wiegt. Dann fährt er fort:

Können alle die leeren Hände von Kai Felix sehen?

Das Medium hält die Hände in die Luft. Immer wieder beruhigt Hans das Medium und versucht es in den Schlaf zu wiegen. Wir beginnen leise die Melodie eines Liedes zu summen.

Bitte bleiben Sie aufmerksam! Nicht dass Sie den Prozess verpassen. Die Energetik wird sich genau zwischen den Händen des Mediums abspielen.

In dem schwachen Rotlicht sehe ich, wie das Medium beide Hände vor den Mund hält, als ob es nach jemandem ruft. Es stöhnt in einem gleichbleibenden Rhythmus und stößt nach dreimaligen ein- und ausatmen einen Schrei aus. Dabei beugt es sich nach vorne, als ob es dem Schrei noch Nachdruck verleihen möchte. Das ganze wiederholt sich dreimal. Beim vierten Mal blitzt beim Schrei des Mediums ein sehr starkes Licht genau zwischen den Händen und vor dem Gesicht des Mediums auf. Es ist dem Blitzlicht eines Fotoapparates nicht unähnlich, aber es erhellt nicht den Raum, sondern lediglich das Gesicht des Mediums. Es sieht aus, wie eine grelle, orangefarbene Kugel mit hellgelben und weißen Strahlen. Als der Blitz verschwunden ist, sehe ich immer noch ein ‚Nachbild’ des Gesichts des Mediums vor meinen Augen. Alle Sitzer schreien auf vor Überraschung und Freude. Mit so einem starkem Licht habe ich nicht gerechnet und ich frage mich, wie man so ein Licht erzeugen könnte, wollte man die Sitzer täuschen.

Jetzt meint Hans:

Ich möchte Ihnen mitteilen, dass wir leider das Medium nun für einige Minuten ruhen lassen müssen und darauf hin direkt in die Rotlichtphase eintreten werden. Jedoch bedeutet das nicht, dass Sie im stillen Gedenken da sitzen sollen. Im Gegenteil: die Chemiker verlangen Aufladung der Atmosphäre durch Erwartung und Freude. Bitte sehr die Damen und Herren.

Also singen wir einige Minuten und es scheint nichts weiter zu passieren. Dann meint Hans er wolle das Medium schonen und bittet Julia, sie möge uns die Geräusche aus dem Kabinett erklären. Bis dahin hatte ich gar keine Geräusche wahrgenommen. Als Julia jedoch mit der Erklärung beginnt, höre ich ein Knistern aus dem Kabinett. Julia meint, dass mit diesen ‚Kleinstentladungen’ der mediumistische Körper auf den Austritt des Ektoplasmas vorbereitet wird.

Nach ein paar Minuten Gesang fährt Hans fort:

Liebe Julia, halte bitte die Taschenlampe bereit. Und wir möchten die Sitzer insbesondere auffordern in Hinsicht auf das Volumen des präsentierten Materials ihre Schlüsse zu ziehen. Wir möchten dann mit verschiedenen ausgewählten Personen einen Versuch starten. Julia, bescheine zuerst das produzierte Material im Kabinett. Sobald wir mit Kai Felix aufstehen allerdings bitte schalte um auf die reguläre Rotlichtlampe. Ist das möglich? Liebe Freunde, wenn wir mit Kai Felix den Raum betreten und an den einen oder anderen von euch herantreten bitte tun Sie nichts, sondern lassen Sie es geschehen. Wir möchten Ihnen einige besondere Eindrücke vermitteln. Bitte fahren Sie fort.

Wir summen leise "Hey Jude" von den Beatles.  Währenddessen wird das Kabinett geöffnet und man sieht eine unglaublich große Menge des Ektoplasmas auf dem Bauch des Mediums. Es sieht aus wie ein großer Ball aus durchwühlten und zerknitterten Stoff. Ein schmaler Streifen des Materials ragt noch aus dem Mund des Mediums heraus und verbreitert sich zu einer riesigen Kugel, die von der linken bis zur rechten Seite und vom Mund bis zu den Knien des Mediums reicht. Obwohl das Ektoplasma wie eine Art Stoff aussieht, scheint es leicht wie Watte zu sein, denn es bewegt sich wie schwerelos auf dem Bauch des Mediums. Es ist von Falten durchzogen und an der vorderen Seite sehe ich zwei große, runde, graufarbene Flecken. Als das Medium aufsteht scheint eine ‚Wulst’ des Stoffes nach unten zu fließen und verdeckt die zwei Flecken.

Nun kommt Hans Bender auf mich zu. Unbeholfen, wie ein alter Mann, tapst das Medium zu mir herüber. Als es vor mir steht, hält es das Ektoplasma direkt vor mein Gesicht. Die Masse baumelt direkt vor mir und sieht aus wie feuchtes, glänzendes, weißes Gummi. Ich kann dicke Stränge des Materials erkennen. Dann presst das Medium es direkt auf meine Stirn und die Augen. Es fühlt sich feucht, kühl und weich an. Das Medium drückt meinen Kopf mit samt dem Ektoplasma nach hinten. Das Material verdeckt nun meine Augen und ich kann nichts mehr erkennen. Jedoch fühle ich, dass sich etwas innerhalb der Masse über meinem rechten Auge bewegt. Wie ein Finger, der mein Auge abtastet; jedoch kleiner und zarter und direkt aus der Masse herauskommend. Das Ganze dauert nur ein paar Sekunden und als das Medium das Ektoplasma wieder von mir nimmt und sich auf dem Weg zu einem anderen Sitzer macht, zieht die Masse lange Fäden, als würde es an meiner Stirn festkleben. Ich spüre noch die kühle Feuchtigkeit auf meiner Stirn und meinen Schläfen.

Nun geht das Medium zu Ute, die mir genau gegenüber sitzt und vollzieht bei ihr die gleiche Prozedur. Allerdings kann ich nicht alles sehen, da das Medium nun mit dem Rücken zu mir und direkt vor Ute steht. Nach einer kurzen Zeit nimmt das Medium wieder das Ektoplasma und geht zu einer dritten Sitzerin, um ein letztes Mal die Prozedur vorzuführen.

Jetzt geht das Medium langsam zum Kabinett zurück und nimmt auf seinem Stuhl platz. Dabei zieht es das Ektoplasma mit beiden Händen weit auseinander. Die Arme sind ganz ausgestreckt und halten die riesige Menge des außergewöhnlichen Materials an den wulstigen Rändern fest. Innerhalb der Wulst sieht das Material wie feine Spinnenweben aus. Immer noch hängt ein Streifen des Ektoplasmas im Mund des Mediums. Die ganze Masse reicht nun vom Mund zu den ausgestreckten Armen bis fast hinunter zum Boden. In meinen Augen ist es unmöglich, solch eine Menge an Material in den Séanceraum zu schmuggeln. Auch die Verschiedenartigkeit der Beschaffenheit und des Aussehens während der paar Minuten, in denen wir das Ektoplasma aus nächster Nähe beobachten konnten, spricht für mich gegen ein in irgendeiner Art künstlich hergestelltes Material.

Nun wird das Kabinett wieder geschlossen und das Rotlicht ausgeschaltet. Nach ein paar Sekunden erläutert Hans Bender das eben Gesehene:

Liebe Freunde, wir mochten dem Einen oder Anderen von Ihnen einen persönlichen Eindruck verschaffen. Das Material, das so unterschiedliche Eindrücke erweckt wenn es dann die Haut berührt, sicherlich eindeutige Empfindungen zurückgelassen hat, die gerne nach der Seance diskutiert werden können. Des Weiteren wollten wir Ihnen das multiple angeordnete Innere dieser letztlich lebendigen Substanz präsentieren. Heute jedoch liebe Freunde; wir haben das Medium mit allergrößter Kraft kurz vor dieser letzten Phase vor dem Aufwachen hindern können… Bitte, einige Sekunden Gesang sind nun erwünscht. Mal schauen, ob wir ein letztes energetisches Muster für Sie zu Tage treten lassen können. Bitte fahrt fort.

Wir singen noch ungefähr eine Minute weiter, dann meldet sich Hans ein letztes Mal an diesem Abend:

Als letzte Bemerkung des Abends, bevor wir Kai Felix Drängen an die Oberfläche nicht mehr widerstehen können, möchten wir noch einmal in das gleiche Horn blasen, dass er bereits geblasen hat. Jede mediale Arbeit sucht nach dem höher Geordneten. Nichts wirklich höher Angeordnetes kann sich jemals in vorgezeichneten Ideen wiederfinden; erst recht nicht in vorgezeichneten Ideen des Mediums selbst. Jeder in der medialen Arbeit sollte erneut lernen sich gänzlich zu entleeren. Egal ob er für das Übergeordnete im mentalen, informellen oder für das Übergeordnete im physikalisch-physiologischen sitzt. Erklärt euch gänzlich frei von allen Ideen die jemals irgendjemand irgendwann in euch eingepflanzt hat und macht euch gänzlich zu freien Kanälen dieser vielen kraftvollen Ideen und Impulsen aus der geistigen Welt. Seit nicht voller Furcht, denn ist euer Herz rein sind die, die mit euch verbündet, immer an eurer Seite und verhindern jedweden Kontakt zu einer euch nicht gut tuenden Instanz. Lasst das höher geordnete endlich fließen von der höher geordneten in die niedriger systemisch angeordnete Dimension. Dann hat das Medium tatsächlich erreicht, was es erzielen wollte und kann sich und anderen dadurch Profit im weiteren Sinne verschaffen. Liebe Freunde, sind Sie noch mit mir? Wer ist eingeschlafen? Ich scherze nun auf Kosten von Kai Felix. Er drängt nun an die Oberfläche. Liebe Freunde, wir hoffen Sie hatten einen recht reichhaltigen Abend und wünschen Ihnen einen sicheren Weg nach Hause. Die Geist-Chemiker und Hans sagen: Gute Nacht!


Damit ist die Séance beendet. Wir verlassen alle den Raum und begeben uns zurück ins Wohnzimmer, wo wir das eben Erlebte diskutieren. Nach ungefähr zwanzig Minuten kommen Kai und Julia hinzu und bei einem gemeinsamen Essen berichten wir von den verschiedenen Experimenten und ungewöhnlichen Dingen, die wir gesehen haben. Kai kann sich an nichts erinnern und hört interessiert zu. Nach ungefähr einer Stunde verabschieden wir uns alle und begeben uns auf den Heimweg.